Auf einen Blick
- Stücklisten mit unbegrenzten Ebenen und Varianten
- Arbeitspläne mit Arbeitsplatzsteuerung
- MRP-Bedarfsplanung für Material und Kapazität
- Fertigungsaufträge mit Echtzeitverfolgung
- Integrierte Qualitätskontrolle und Rückverfolgung
Industrie 4.0 beginnt mit dem richtigen ERP
Die deutsche Fertigungsindustrie steht vor der digitalen Transformation. Während große Konzerne längst auf vernetzte Produktionssysteme setzen, kämpfen viele Mittelständler noch mit Excel und Papier. Das Odoo Fertigungsmodul schließt diese Lücke - mit einem modernen, integrierten Produktionssystem zu mittelstandsfreundlichen Kosten.
Der Unterschied zu isolierten PPS-Systemen: Odoo verbindet die Fertigung nahtlos mit Verkauf, Einkauf und Lager. Ein Kundenauftrag löst automatisch den Fertigungsauftrag aus, Material wird beschafft, Kapazitäten geplant. Diese Durchgängigkeit reduziert Planungsaufwand und Fehlerquellen erheblich.
Für deutsche Fertigungsunternehmen besonders relevant: Die Rückverfolgbarkeit von Chargen und Serialnummern erfüllt branchenspezifische Compliance-Anforderungen - von Automotive über Medizintechnik bis Lebensmittel.
Stücklisten (Bill of Materials)
Produktstrukturen
Die Stückliste (BOM) definiert die Zusammensetzung eines Produkts:
- Einfache BOM: Rohstoffe → Fertigprodukt
- Mehrstufige BOM: Mit Halbfertigprodukten
- Phantom-BOM: Virtuelle Zwischenprodukte
- Kit-BOM: Stückliste ohne Fertigung
Produktvarianten
Für Produkte mit Varianten (Größe, Farbe, etc.) bietet Odoo variantenspezifische Stücklisten. Die Basisstruktur bleibt gleich, nur einzelne Komponenten variieren. Das reduziert den Pflegeaufwand erheblich.
Engineering Changes
Änderungen an Stücklisten werden versioniert. Sie können festlegen, ab wann die neue Version gilt, und haben jederzeit Zugriff auf historische Versionen.
Arbeitspläne und Arbeitsplätze
Arbeitsplätze (Work Centers)
Arbeitsplätze repräsentieren Maschinen oder Arbeitsgruppen:
- Kapazitäten und Arbeitszeiten
- Stundensätze für Kalkulation
- Rüstzeiten und Effizienzfaktoren
- Alternativ-Arbeitsplätze
Arbeitspläne (Routings)
Arbeitspläne definieren die Fertigungsschritte:
- Reihenfolge der Arbeitsgänge
- Zuordnung zu Arbeitsplätzen
- Vorgabezeiten (Rüsten, Bearbeiten)
- Qualitätsprüfpunkte
Die Kombination aus BOM und Arbeitsplan ergibt die vollständige Fertigungsspezifikation: Was wird benötigt, und wie wird es hergestellt?
Fertigungsaufträge
Auftragsarten
Fertigungsaufträge entstehen aus verschiedenen Quellen:
- Manuell: Direkte Erfassung durch Produktionsplanung
- MTO (Make-to-Order): Automatisch aus Verkaufsauftrag
- MTS (Make-to-Stock): Nachproduktion bei Mindestbestand
- MRP-Vorschlag: Aus Bedarfsplanung
Fertigungsprozess
Der typische Ablauf eines Fertigungsauftrags:
- Erstellung: Auftrag wird angelegt
- Materialverfügbarkeit: Prüfung und Reservierung
- Bestätigung: Freigabe zur Produktion
- Produktion: Durchführung der Arbeitsgänge
- Qualitätsprüfung: Bei aktivierter QC
- Fertigmeldung: Buchung des Fertigprodukts
Shop Floor Control
Werker können Arbeitsgänge per Tablet oder Terminal melden:
- Start/Stopp der Bearbeitung
- Gut-/Ausschuss-Mengen
- Stillstandsgründe
- Qualitätsdaten
MRP-Bedarfsplanung
Die Material Requirements Planning (MRP) ist das Herzstück der Fertigungsplanung:
Bedarfsermittlung
MRP berücksichtigt alle Bedarfsquellen:
- Verkaufsaufträge und Prognosen
- Mindestbestände
- Abhängige Bedarfe aus BOMs
- Bereits geplante Fertigungsaufträge
Planungslauf
Der MRP-Lauf erzeugt automatisch:
- Fertigungsvorschläge: Für Eigenprodukte
- Beschaffungsvorschläge: Für Kaufteile
- Kapazitätsbedarfe: Pro Arbeitsplatz
Sie überprüfen und bestätigen die Vorschläge - oder passen sie manuell an.
Qualitätsmanagement
Das integrierte Qualitätsmanagement sichert Ihre Produktqualität:
Qualitätsprüfungen
- Eingangsprüfung bei Rohstoffen
- Zwischenprüfungen während der Fertigung
- Endprüfung vor Auslieferung
Prüfpläne
Prüfpläne definieren Art und Umfang der Kontrollen:
- Prüfmerkmale und Toleranzen
- Stichprobenregeln
- Prüfmittel und -methoden
- Dokumentationsanforderungen
Rückverfolgbarkeit
Die Chargen- und Serialnummernverfolgung ermöglicht lückenlose Rückverfolgung:
Vorwärtsverfolgung
Welche Fertigprodukte enthalten eine bestimmte Rohstoff-Charge?
Rückwärtsverfolgung
Aus welchen Chargen besteht dieses Fertigprodukt?
Diese Transparenz ist unverzichtbar für Rückrufe, Reklamationsbearbeitung und Compliance-Nachweise.
Integration mit anderen Modulen
Lager → Fertigung
Materialentnahmen und Produktzugänge werden automatisch gebucht. Halbfertigprodukte in WIP-Lagern sind jederzeit verfolgbar.
Einkauf → Fertigung
Fehlende Materialien lösen automatisch Beschaffungsvorgänge aus.
Buchhaltung
Fertigungskosten werden automatisch ermittelt: Materialkosten, Arbeitskosten, Gemeinkosten. Die Herstellkosten fließen in die Bewertung und Kalkulation.
Kosten und Implementierung
| Position | Kosten |
|---|---|
| Odoo Enterprise Manufacturing | Inkl. in Lizenz |
| Stücklisten-Migration | 1.000-3.000€ |
| Arbeitsplätze einrichten | 500-1.500€ |
| MRP-Konfiguration | 500-1.500€ |
| Schulung Fertigung | 1.000-2.000€ |
Der ROI entsteht durch bessere Materialplanung, weniger Stillstände und präzisere Kalkulation. Typische Verbesserungen: 10-20% weniger Lagerbestand, 15% höhere Termintreue.
Fazit
Das Odoo Fertigungsmodul bietet deutschen Produktionsunternehmen eine moderne, integrierte Lösung für die Produktionsplanung und -steuerung. Von Stücklisten über MRP bis zur Qualitätskontrolle sind alle Funktionen abgedeckt. Die nahtlose Integration mit Lager, Einkauf und Buchhaltung schafft Transparenz und eliminiert Datensilos. Für Fertigungsunternehmen, die ihre Produktion digitalisieren möchten, ist Odoo Manufacturing eine kosteneffiziente Alternative zu spezialisierten PPS-Systemen.